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Reichspräsident

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Reichspräsident Artikel

Reichspräsident war die Nennung für das Staatsoberhaupt des Deutschen Reiches von 1919 bis 1945.

Gemäß Artikel 43 der Weimarer Verfassung wurde der Reichspräsident unmittelbar vom Volk gewählt. Die Amtszeit betrug sieben Jahre, wobei mehrfache Wiederwahl zulässig war. Für das Amt kandidieren konnten deutsche Staatsbürger, die das 35. Lebensjahr vollendet hatten.

Im Gegensatz zu dem Bundespräsidenten der Bundesrepublik Deutschland hatte der Reichspräsident nicht ca. repräsentative Aufgaben, sondern konnte durch die Auflösung des Reichstags (Artikel 25) und durch Entlassung und Ernennung des Reichskanzlers (Artikel 53) direkten Einfluss auf die Politik nehmen. Außerdem besaß der Reichspräsident durch Artikel 48 der Verfassung - den so genannten Notstandsparagraphen - in dem Zweifelsfall eine große Machtfülle ("Diktator auf Zeit"). Zusätzlich ist er Oberbefehlshaber über alle Streitkräfte (Artikel 47).

Das Deutsche Reich besaß folgende Reichspräsidenten:

  • Friedrich Ebert (von 1919 bis 1925);
  • Dr. Walter Simons (vom 11. März - 30. April 1925) (als Präsident des Reichsgerichts stellvertretender Reichspräsident - durch vom Reichstag beschlossenes Gesetz nach Eberts Tod)
  • Paul von Hindenburg (1925 bis 1934);
  • unmittelbar nach Hindenburgs Tod übernahm Adolf Hitler auch das Amt des Reichspräsidenten (durch Volksabstimmung vom 19.08 1934 bestätigt), verzichtete jedoch darauf, den Titel zu führen;
  • Karl Dönitz, von Hitler testamentarisch zu dem Reichspräsidenten bestimmt, übernahm das Amt nach dessen Tod am 1.05 1945; mit seiner Verhaftung durch die Alliierten am 23.05 1945 endet de facto auch seine Amtszeit.
Inhaltsverzeichnis
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Friedrich Ebert

Friedrich Ebert (SPD), geboren 1871, wurde 1918 gemeinsam mit Hugo Haase zu dem Vorsitzenden des Rats der Volksbeauftragten gewählt, der nach der Novemberrevolution die Regierungsgeschäfte übernahm. Nachdem die Nationalversammlung per Gesetz die Wahl eines Reichspräsidenten beschlossen hatte, der bis zur Wahl einer Regierung die Regierungsgeschäfte übernahm, wurde Ebert am 11.02 1919 mit 277 zu 379 Stimmen zu dem Reichspräsidenten gewählt. Am gleichen Tag berief er ein Kabinett aus Vertretern von SPD, DDP und Zentrum unter der Leitung von Philipp Scheidemann. Am 28.02 1925 starb Ebert.

Buch-Tipp: Die Schlacht bei Tannenberg 1914 Die Beschreibung für das Buch "Die Schlacht bei Tannenberg 1914" fehlt leider. Weitere informatione finden Sie auf der Seite des Buchhändlers. Klicken Sie dafür auf den Link über diesem Text. Die Seite des Händlers öffnet sich in neuem Fenster.

Nachdem Ebert gestorben war, wurde die Wahl auf den 29. März 1925 vorgezogen. Beim ersten Wahlgang traten 7 Kandidaten an, von denen keiner die in diesem Wahlgang erforderliche absolute Mehrheit erreichte. Somit wurde ein zweiter Wahlgang am 26.04 nötig, im nun eine relative Mehrheit reichte. Zentrum, SPD und DDP einigten sich auf Wilhelm Marx. DNVP, DVP, NSDAP und BVP ernannten Paul von Hindenburg und die KPD blieb bei Ernst Thälmann.

Mit 48,3 % der Stimmen wurde Hindenburg zu dem Reichspräsidenten gewählt.

siehe: Reichspräsidentenwahl 1925

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Paul von Hindenburg

Paul von Hindenburg, geboren 1847, war 1911 als General pensioniert worden, wurde in dem Ersten Weltkrieg jedoch erneut eingesetzt und errang bei Tannenberg einen entscheidenden Sieg gegen die russische Armee. Mit Ernst Ludendorff bestimmte er die Oberste Heeresleitung. Der militärische Ruhm, der ihm damals zuteil wurde, war mitbestimmend bei seiner Wahl zu dem Präsidenten.

Buch-Tipp: Ebert. Hindenburg. Hitler. Erinnerungen eines Staatsekretärs 1918 - 1945 Um ausführliche Informationen zum Buch "Ebert. Hindenburg. Hitler. Erinnerungen eines Staatsekretärs 1918 - 1945" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Die Reichspräsidentenwahl 1932

Die Wahl 1932 stand unter dem Eindruck der politischen Verhältnisse in Deutschland, besonders aber unter dem Eindruck der Kandidatur Adolf Hitlers (NSDAP). Um die Wahl Hitlers zu dem Präsidenten zu vermeiden, einigten sich Zentrum, SPD und DDP neben DVP und BVP auf von Hindenburg - die demokratischen Parteien waren somit von Gegnern von Hindenburgs zu seinen Unterstützern geworden. In dem ersten Wahlgang am 13. März 1932 verfehlte er mit 49,6 % der Stimmen die absolute Mehrheit (vor Hitler mit 30,1 %, Thälmann mit 13,2 Prozent und Theodor Duesterberg (DNVP) mit 6,8 %). Von Hindenburg setzte sich aber in dem 2. Wahlgang am 10.04 1932 mit 53,0 % der Stimmen durch, nach dem Teile der DNVP seine Kandidatur unterstützt hatten. Hitler erhielt 36,8 %, Thälmann 10,2 Prozent der Stimmen.

Siehe auch:

Buch-Tipp: Geld-Mäuse und Crash-Katze: Eine sehr ernste Warnung Um ausführliche Informationen zum Buch "Geld-Mäuse und Crash-Katze: Eine sehr ernste Warnung" zu bekommen klicken Sie bitte auf den Hyperlink oberhalb von diesem Text. Sie werden zum entsprechenden Buch auf der Händlerseite weiter geleitet.

Machtergreifung Hitlers und Tod von Hindenburgs

Von Hindenburg, mittlerweile weit über 80 Jahre alt, verlor den Überblick über die Amtsgeschäfte, so dass sein Beraterkreis, die so genannte Kamarilla, stets größeren Einfluss gewann und in die Politik des Präsidenten bestimmte. Nach der Entlassung von Reichskanzler Heinrich Brüning 1932 und der Ernennung Franz von Papens wurde das parlamentarische System weitgehend außer Kraft gesetzt; Papen wurde bereits nach einem halben Jahr wieder entlassen, ihm folgte Kurt von Schleicher, der ein stark sozialpolitisch geprägtes Programm durchsetzen wollte und daher die Industrie gegen sich aufbrachte. Paul von Hindenburg war bislang ein entschiedener Gegner Hitlers gewesen, sein Widerstand schmolz jedoch umso stärker, als sich seine Berater für Hitler aussprachen. Am 28.01 1933 entzog Von Hindenburg Kurt von Schleicher das Vertrauen. Am 30.01 1933 schließlich ernannte er seinen einstigen Konkurrenten Adolf Hitler zu dem Reichskanzler.

Am 2.08 1934 starb Paul von Hindenburg; Adolf Hitler übernahm de facto das Amt des Reichspräsidenten als Führer und Reichskanzler.

Buch-Tipp: Hindenburg Kurz und knackig Kurz,knackig und preisgünstig ist diese schon seit längerem erschienene Biographie. Soldatenartig stramm werden die Stationen seiner Jugend und die verschiedenen Kommandos bis zu dem Beginn des ersten Weltkrieges abgehandelt. Ausführlicher werden die Kapitel Tannenberg,Machtübergabe an Hitler und die Beziehung zu Kaiser Wilhelm,...

Karl Dönitz

Hitler ernannte Karl Dönitz testamentarisch zu seinem Nachfolger. Nach Hitlers Selbstmord am 30.04 1945 trat Dönitz am 1.05 sein Amt als (letzter) Reichspräsident an und bildete in Flensburg seine Regierung. Zunächst strengte er eine stufenweise Kapitulation der deutschen Streitkräfte an, um Armee und Zivilbevölkerung die Flucht aus dem von der Roten Armee überrollten Osten zu ermöglichen. Nachdem die westlichen Alliierten dies ablehnten, verkündete er am 8.05 die bedingungslose Kapitulation der deutschen Wehrmacht.== Weblinks ==


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